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Chanukka und Adventszeit in Wien

Licht in der dunklen Jahreszeit 

Am 28. November 2021 war der erste Adventsonntag und heuer begann auch das jüdische Lichterfest Chanukka-Fest am selben Tag. Chanukka dauert 8 Tage und endet am 6. Dezember. Das Wort bedeutet Einweihung und bezieht sich auf die Wiedereinweihung des Jerusalemer Tempels im Jahr 164 v.d.Z. Der durch einen Zeus-Altar entweihte Tempel konnte gereinigt und wieder benutzt werden. Dafür musste der siebenarmige Tempelleuchter, die Menora acht Tage brennen. Man hatte aber nur mehr eine kleine Menge Öl für einen Tag. Neues koscheres Öl herzustellen dauerte 8 Tage. Dann passierte das Wunder, dass das vorhandene Öl für acht Tage reichte.

Jeden Abend wird zur Zeit auch in Wien auf der Kärntnerstraße eine weitere Kerze auf der großen Chanukkia angezündet. Die neunte Kerze, Schames, ist die Diener-Kerze, welche die anderen anzündet. Das Öl spielt bis heute bei den Speisetraditionen eine große Rolle. Es wird viel in Öl gebackenes gegessen. Chanukka Sameach!

Am Sonntag wird auf den Adventskränzen die zweite Kerze angezündet. Symbolisch wird auch bei dieser Tradition mit jedem Sonntag bis Weihnachten das Licht stärker, soll die Herzen wärmen und auf das große Fest vorbereiten. Ursprünglich waren es sogar 24 Kerzen auf einem großen Rad, die Kindern die Zeit bis Weihnachten verkürzten. Der evangelische Theologe und Erzieher Johann Wichern gilt als der erste, der diese Art von Kranz für die von ihm betreuten Straßenkinder in Hamburg 1839 aufbaute. Er verwendete vier weiße und zwanzig rote Kerzen. Die Kinder lernten mit diesem Kerzenkranz auch zählen.

Viele Jahre schmückte auch ein großer Adventskranz den Wiener Graben. Angeblich war es Europas größter Adventskranz. Der Kranz aus grünem Reisig erinnert uns auch daran, dass nach dem Winter der Frühling und das Grün wiederkehrt. Alle immergrünen Blätter und Nadeln sind ein Symbol der Hoffnung.

Ein Blick zurück in die Geschichte lehrt uns, dass die Adventszeit nicht für alle Wienerinnen und Wiener immer eine besinnliche Zeit war. Ein sehr beliebtes Vergnügen war es, zur Frau Godl (Barbara Müller) hinaus in die Vorstadt zum Wiener Krippenspiel zu gehen. Da wurde im Marionettentheater alles aufgeboten um Alt und Jung zu erfreuen. Dass es beim Krippenspiel an sich andächtig sein sollte, der Meinung war auch ein Zeitgenosse. Er beschwert sich in einem Gedicht darüber, dass sich manche nur in die letzten Reihen drängen, um beim geheimen Stell-Dich-Ein die Geliebte zu treffen. So wurden einige beim Schmusen erwischt anstatt sich auf die Krippe zu konzentrieren.

Haben Sie eine schöne Adventszeit!

 

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