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Wien Tipps

Karten, Pässe und der Bus

Welche Wien-Karte zahlt sich aus, welche nicht, und fährt der Sightseeing-Bus überhaupt dorthin, wo Sie hinwollen? Eine ehrliche Rechnung, ohne Verkaufsdruck.

Das Wichtigste zuerst

Seit 1. Jänner 2026 haben die Wiener Linien die 48- und 72-Stunden-Tickets ersatzlos gestrichen. Damit hat sich die Rechnung für fast jeden Wien-Aufenthalt verschoben, und viele Empfehlungen, die im Netz stehen, sind schlicht überholt.

Wer zwei Tage oder länger bleibt, fährt mit dem 7-Tage-Ticket um 25,20 Euro am günstigsten. Auch dann, wenn er nur drei Tage bleibt. Das ist der Maßstab, an dem sich jede Karte messen lassen muss.

Und noch etwas, das wir gleich zu Beginn sagen wollen: Wien ist eine Gehstadt. Vom Stephansdom zur Hofburg sind es acht Minuten, zur Albertina fünf. Der schönste Teil dieser Stadt liegt zwischen den Stationen.

Die Öffis, neu sortiert

Alle Preise gelten seit 1. Jänner 2026 für die Kernzone Wien. Digitale Tickets sind rund fünf Prozent günstiger als gedruckte, dafür personalisiert und nicht übertragbar.

  • Einzelfahrt 3,00 Euro digital, 3,20 Euro gedruckt
  • 24 Stunden 9,70 Euro digital, 10,20 Euro gedruckt
  • 7 Tage 25,20 Euro digital, 28,90 Euro gedruckt
  • 31 Tage 65,20 Euro digital

Das 7-Tage-Ticket ist ein Rollticket. Es gilt ab dem Startdatum, das Sie selbst wählen, sieben Tage lang, nicht mehr starr von Montag bis Montag. Erst das macht es für Gäste wirklich brauchbar.

Die Faustregel: Ab drei Fahrten am Tag rechnet sich das 24-Stunden-Ticket. Ab zwei Tagen Aufenthalt das 7-Tage-Ticket. Zu den Wiener Linien

Vienna City Card

Die offizielle Karte von WienTourismus. Freie Fahrt in der Kernzone, dazu über zweihundert Ermäßigungspartner, und ein Kind unter fünfzehn oder ein Hund fährt gratis mit.

  • 24 Stunden 19 Euro
  • 48 Stunden 31 Euro
  • 72 Stunden 37 Euro
  • 7 Tage 39 Euro

Dazu buchbar: Hop-on-hop-off um 34 Euro, Flughafentransfer um 22 Euro. Es gibt auch eine reine Rabattkarte ohne Öffi-Teil um 9 Euro.

Die ehrliche Rechnung. Zieht man die günstigste Öffi-Alternative ab, zahlt man für den Rabattteil: 9,30 Euro bei 24 Stunden, 5,80 Euro bei 48 Stunden, 11,80 Euro bei 72 Stunden, 13,80 Euro bei sieben Tagen.

Die 48-Stunden-Variante ist damit der rechnerische Sweet Spot. Einen einzigen Museumsrabatt eingelöst, und die Karte hat sich getragen. Bei den längeren Laufzeiten muss man schon fleißig sein. Und ehrlich: Die großen Namen, Schönbrunn, Belvedere, Albertina, sind nicht mit nennenswerten Nachlässen dabei. Die Karte lohnt sich für Gäste, die in die Breite gehen: mehrere kleinere Häuser, ein Konzert, ein Einkauf, ein Kaffeehaus. Zur Vienna City Card

Vienna PASS und Flexi PASS

Freier Eintritt in bis zu neunzig Sehenswürdigkeiten, Fast Track ohne Anstellen, dazu die Sightseeing-Busse für die Dauer des Passes. Die Öffis sind nicht dabei, das übersehen viele. Ein Wiener-Linien-Ticket brauchen Sie zusätzlich.

  • 1 Tag 98,10 Euro
  • 2 Tage 134,10 Euro
  • 3 Tage 157,50 Euro
  • 6 Tage 179,10 Euro

Der Pass zählt in Kalendertagen ab der Aktivierung, nicht in 24-Stunden-Blöcken. Wer nachmittags aktiviert, verschenkt einen halben Tag. Er rechnet sich bei drei bis vier zahlungspflichtigen Häusern pro Tag, also bei einem dicht getakteten Programm.

Der Flexi PASS ist die unterschätzte Variante: zwei bis acht Häuser frei wählbar, sechzig Tage gültig, ein 72-Stunden-Busticket inklusive. Wer weiß, dass er fünf Häuser sehen will, sich das Tempo aber nicht vorschreiben lassen mag, fährt damit entspannter. Das passt zu Gästen, die mit Muße unterwegs sind. Zum Vienna PASS

Go City verkauft in Wien keine Pässe mehr. Wenn Sie irgendwo auf einen Go-City-Wien-Pass stoßen, ist die Seite veraltet.

Hop-on-hop-off: der Bus fährt nicht durch die Altstadt

Das ist der Satz, den sonst kaum jemand sagt, und er ist der wichtigste. Die Sightseeing-Busse fahren die Ringstraße entlang und außen herum. Das liegt an der Fußgängerzone und den engen Gassen, nicht an den Anbietern. Nur: Genau dort, wo Wien am dichtesten ist, am Graben, am Kohlmarkt, am Judenplatz, in den Höfen hinter dem Dom, kommt der Bus nicht hin.

Vienna Sightseeing fährt bis zu vier Linien mit über vierzig Haltestellen: 39 Euro für 24 Stunden, 45 Euro für 48, 53 Euro für 72 Stunden. Audioguide in neunzehn Sprachen, eigener Kinderkanal.

Big Bus Vienna fährt zwei Routen: 37 Euro für 24 Stunden, 42,30 Euro für das 48-Stunden-Paket, dazu Varianten mit Riesenrad oder Schifffahrt.

Sinnvoll ist der Bus für Gäste, die nicht lange gehen können oder mögen, für sehr kurze Aufenthalte, und für die Ziele weiter draußen: Schönbrunn, Prater, Hundertwasserhaus, im Sommer Grinzing und der Cobenzl.

Weniger sinnvoll ab drei Tagen Aufenthalt: 72 Stunden Bus kosten 53 Euro, ein 7-Tage-Öffi-Ticket 25,20. Für die Differenz bekommt man in Wien ein sehr schönes Mittagessen, und die U4 ist vom Stephansplatz nach Schönbrunn in einer Viertelstunde dort. Dazu kommt: Ein aufgezeichneter Kommentar antwortet nicht auf Fragen und zeigt nicht auf das Detail über der Tür.

Was wir empfehlen

Gar keine Karte. Der häufigste Fall. Zwei, drei Tage, Quartier in der Innenstadt, zwei Museen gezielt: Einzeltickets oder ein 24-Stunden-Ticket genügen.

Nur ein Öffi-Ticket. Ab zwei Tagen das 7-Tage-Ticket um 25,20 Euro. Der neue Standardtipp seit 2026.

Vienna City Card, 48 Stunden. Für alle, die in die Breite gehen und beim Rabatteinlösen mitdenken mögen.

Vienna PASS. Nur für den intensiven Sightseeing-Typ, drei bis vier Häuser am Tag. Öffi-Ticket dazurechnen.

Und der Bus? Wenn das Gehen schwerfällt oder die Zeit knapp ist, ja. Sonst: Wien ist zu Fuß eine der schönsten Städte Europas, und der erste Bezirk erschließt sich nur so. Da müssen wir schon selber gehen.

Preisstand 12. September 2026. Preise und Angebote ändern sich laufend, bitte vor dem Kauf auf der Seite des Anbieters prüfen. Wir verlinken hier nur, was wir selbst empfehlen würden.