Empfehlungen
Konzerte
Jeden Abend ein Dutzend. Welches ist Ihres?
Wien spielt jeden Abend, und die Unterschiede sind größer, als die Plakate vermuten lassen. Zwischen einem Barockensemble auf historischen Instrumenten und fünf Musikern in Perücken in einem Saal ohne Bühne liegen Welten, der Preis ist oft derselbe.
Hier stehen die Häuser, die wir selbst empfehlen, mit dem, was man vorher wissen sollte. Und manchmal steht hier auch der Rat, das Geld lieber in eine Karte für den regulären Spielplan zu stecken. Eine zurückgegebene Karte an der Musikvereinskassa oder die Restkarte um zwanzig Euro im Konzerthaus sind die beiden bestgehüteten Tipps der Stadt.
Stand September 2026. Preise und Termine ändern sich, bitte vor der Buchung auf der Seite des Veranstalters prüfen.
Classic Ensemble Vienna in der Peterskirche
Die bestbewertete Adresse unter den Wiener Abendkonzerten, und das bei über tausend Rückmeldungen. Eine Stunde Vivaldi, Bach, Mozart und Schubert in einem der schönsten Barockräume der Stadt, zwei Minuten vom Graben entfernt.
Wir empfehlen das gerne vor oder nach dem Abendessen in der Innenstadt. Nehmen Sie eine Stola mit, die Kirchenbänke sind hart und im Winter wird es kühl. Karten direkt bei classicensemblevienna.com.
Vivaldi in der Karlskirche, Orchester 1756
Die Vier Jahreszeiten auf historischen Instrumenten, in der Kuppelkirche am Karlsplatz, ein paar Schritte von Vivaldis Grabstätte entfernt. Rund fünfundsiebzig Minuten ohne Pause, ohne Gesang, ohne Perücken.
Das ist der Abend für Gäste, die sagen: bitte kein Touristenprogramm. Die Kirchenakustik ist eigenwillig, wer genau hören will, sitzt gern weiter vorne. Karten direkt bei vivaldi-vienna.com.
Die vier Jahreszeiten im Stephansdom
Im Sommerhalbjahr freitags und samstags am Abend: Bach und Vivaldi im Dom, gespielt vom Harmonia Ensemble Wien. Sechzig Minuten, keine Pause. Die Konzerte unterstützen den Dom, das ist kein Nebensatz, sondern der Grund, warum es sie gibt.
Der Veranstalter ist der transparenteste im ganzen Feld: Werke mit Verzeichnisnummern, benannte Solisten, klare Preise. Dazu kommen im Jahreslauf das Mozart-Requiem zur Todesstunde am 4. Dezember und die Adventkonzerte. Karten bei kunstkultur.com.
Klangkultur in der Minoritenkirche
Die Adresse, die uns selbst am längsten gefehlt hat. Ganzjährig um acht, rund siebzig Minuten, 29 bis 65 Euro. Gespielt wird echtes Repertoire, kein Best-of: ein Mozart-Klavierkonzertzyklus, Bach, Beethoven, Haydn, Brahms.
Was den Unterschied macht: Die Ensembles und Solisten stehen mit Namen im Programm. Das ist bei Wiener Abendkonzerten selten und ein gutes Zeichen. Im Hochsommer gibt es hier ein eigenes Festival, genau dann, wenn Musikverein und Konzerthaus geschlossen sind. klangkultur.wien.
Eine kleine Nachtmusik in der Kapuzinerkirche
Dienstag, Donnerstag und Samstag um sieben, gleich über der Kaisergruft am Neuen Markt. Mozart, Bach, Schubert und Vivaldi, sechzig Minuten, vom selben Ensemble wie im Dom.
Ein ruhiger, kurzer Abend, der sich gut an einen langen Tag anschließt. Karten bei kunstkultur.com.
Alte Musik in der Ruprechtskirche, im Sommer
Wiens älteste Kirche, Montag und Dienstag um halb acht, von Anfang Juli bis Anfang September. Eine Stunde Musik vom Mittelalter bis zur frühen Romantik, auf historischen Instrumenten. Zwanzig Euro.
Kein Marketing, kein Kostüm, keine Website mit Hochglanzbildern. Dafür drei Dinge, die man wissen muss: nur im Sommer, nur Barzahlung, und nur mit Reservierung. Genau deshalb sitzen dort Wienerinnen und Wiener. ruprechtskirche.at.
Orgel um acht in der Michaelerkirche
Samstag um acht, von Juni bis September: eine halbe Stunde auf der Sieber-Orgel von 1714, der größten Barockorgel Wiens. Das Instrument wird auf Deutsch und Englisch erklärt, danach darf man auf die Orgelempore hinauf.
Zehn Euro freiwilliger Beitrag, direkt an der Hofburg. Der schönste Ausklang nach einer Abendführung, den wir kennen. michaelerkirche.at.
Wiener Sängerknaben in der Hofburgkapelle
Sonntag, Viertel nach neun, seit 1498. Das ist keine Vorstellung, sondern eine Messe: eine vollständige Vertonung von Mozart, Haydn oder Schubert, gesungen von den Sängerknaben oder den Chormädchen, begleitet von Mitgliedern des Staatsopernorchesters und dem Herrenchor.
Ehrlich dazugesagt: Der Chor singt von der Empore, man sieht ihn kaum. Wer die Buben fotografieren will, ist hier falsch. Wer Wien hören will, wie es klingt, sitzt am richtigen Platz. Karten ab 14 Euro, Stehplätze hinten sind gratis, Ausgabe ab halb neun. hofmusikkapelle.gv.at.
Hochamt in der Augustinerkirche
Sonntag um elf, zwei Minuten von der Hofburg: eine vollständige Orchestermesse von Mozart, Haydn, Schubert oder Beethoven, mit Chor, Solisten und Orchester von St. Augustin. Eintritt frei, um eine Spende wird gebeten.
Ehrlich dazugesagt: Das ist eine Messe, kein Konzert. Wer das weiß und trotzdem kommt, hört Wien so, wie es seit Jahrhunderten klingt. Wer lieber ausschlafen möchte: Die Jesuitenkirche macht dasselbe sonntags um halb elf, und der Raum mit den Pozzo-Fresken ist spektakulär. hochamt.augustiner.at.
MuTh, der Konzertsaal der Sängerknaben
Wer die Sängerknaben sehen und nicht nur hören möchte, geht in ihren eigenen Saal am Augarten. Freitagnachmittag-Reihe, Konzerte der Wiener Chormädchen, im Dezember die Weihnachtsprogramme.
Ein Hinweis für den Herbst: Von Mitte Oktober bis Mitte Dezember ist einer der Chöre traditionell auf Tournee, das Wiener Programm wird dann dünner. Termine bei wsk.at.
Kammermusik in der Sala Terrena
Der älteste Konzertsaal Wiens, ein ovaler Freskenraum mit Kuppel und fünfunddreißig Plätzen. Mozart hat hier 1781 gewohnt und musiziert. Heute spielt ein Streichquartett oder Klaviertrio, Dienstag bis Sonntag, kein Gesang, kein Ballett, kein Kostüm.
Ehrlich gesagt: eng bestuhlt, mit 59 bis 69 Euro nicht billig, und der Eingang ist schwer zu finden (nicht die Garageneinfahrt). Dafür sitzen Sie zwei Meter vom Quartett entfernt. Das ist der intimste Musikabend der Stadt. mozarthaus.at.
Schlosskonzerte Schönbrunn, Orangerie
Täglich um halb neun in der Orangerie, in der 1786 Mozart gegen Salieri antrat. Erste Hälfte Mozart, zweite Hälfte Strauss, zwei Opernstimmen, eine Stunde fünfundvierzig mit Pause.
Zwei Dinge sollte man wissen, bevor man bucht. Von April bis Oktober spielt das Orchester, im Winter das kleinere Ensemble. Und die Platzwahl ist innerhalb der Kategorie frei, weshalb wir zu Kategorie A oder B raten, sonst sitzt man weit hinten. Dann ist es ein schöner Abend, besonders im Anschluss an einen Schönbrunn-Tag. palaceconcertsvienna.com.
Wiener Mozart Konzert im Musikverein
Der Goldene Saal ist der Goldene Saal, daran gibt es nichts zu deuteln. Mozart und Strauss, dreiunddreißig Mitwirkende in historischen Kostümen, rund hundertfünf Minuten mit Pause.
Unser Rat, wenn Sie unbedingt in diesen Saal möchten und kurzfristig keinen regulären Termin bekommen: Kategorie A aufwärts, niemals die oberen Ränge, und ohne Dinner-Paket. Wer eine Woche Vorlauf hat, bekommt im regulären Spielplan mehr Musik für weniger Geld. mozart.wien.
Musikverein, der reguläre Spielplan
Der bestgehütete Tipp der Stadt steht nicht auf einem Plakat: der Kommissionsverkauf. Wer seine Karte nicht nutzen kann, gibt sie zurück, das Haus bietet sie an der Kassa wieder an. Fragen Sie einfach nach, auch am selben Tag.
Dazu die Abendkassa ab einer Stunde vor Beginn. Wer flexibel ist und wirklich Musik hören will, fährt damit besser als mit jedem Touristenkonzert, und zahlt oft weniger. musikverein.at.
Wiener Konzerthaus, der reguläre Spielplan
Für alle unter dreißig: Restkarten um zwanzig Euro, erhältlich dreißig Minuten vor Beginn im Ticket und Service Center, gegen Altersnachweis, für fast alle Eigenveranstaltungen.
Das ist der beste Gegenwert für Geld in der ganzen Stadt, und kaum ein Gast weiß davon. Sagen Sie es weiter. konzerthaus.at.
Wiener Staatsoper, der Stehplatz
Die Staatsoper ist kein Täglich-für-Touristen-Konzert, sondern eines der großen Opernhäuser der Welt, und sie lässt Sie für ein paar Euro hinein. Stehplätze werden achtzig Minuten vor Vorstellungsbeginn verkauft, der Eingang liegt am Operngassen-Eck.
Ein Tuch zum Anbinden an die Stange gehört dazu, so markiert man seinen Platz. Man steht drei Stunden, man erinnert sich ein Leben lang. wiener-staatsoper.at.
Spanische Hofreitschule, wenn es Bewegung sein soll
Kein Konzert, aber die häufigste Verwechslung im Gespräch. Die Vorführungen in der Winterreitschule von 1735 werden von Wiener Klassik begleitet, das ist die Verbindung, mehr aber auch nicht.
Wenn Sie wählen müssen: Die große Vorführung lohnt mehr als die Morgenarbeit. Achtung, das Haus steht unter Denkmalschutz und hat keinen Lift. srs.at.
