Ausflugsempfehlung
Mit dem Rad um die Alte Donau
Wien hat zwei Donauarme, eine Insel dazwischen und einen Vergnügungspark am anderen Ende, und alles hängt an einem Radweg. Diese Runde startet bei der UNO City, fährt am Donauturm vorbei an die Alte Donau, über die Donauinsel in den Grünen Prater und durch den Würstelprater wieder zurück. Rund 25 Kilometer, fast durchgehend flach, mit zwei Einkehren und einer Runde im Riesenrad. Ein aktiver Tag, aber keiner, bei dem man schnaufen muss.

Räder
ab 0,80 Euro je 30 Minuten
Strecke
rund 25 km, flach
Dauer
ganztägig, rund 6 Stunden
Die Runde
U1 bis Kaisermühlen VIC
Die Leihradstation liegt 60 Meter vom Ausgang und hat 22 Ständer.
Donaupark und Donauturm
1,9 km durch den Park, gut 10 Minuten.
ca. 3 km an die Alte Donau
Am Arbeiterstrandbad vorbei ans Wasser, dann am Ostufer entlang.
Das Bootshaus
Erste Einkehr, direkt am Wasser.
ca. 7 km über Copa Beach und Donauinsel
Ein Stück auf der Insel zwischen den beiden Donauarmen.
Grüner Prater
Auwälder, Ernst-Happel-Stadion, Viertel Zwei.
ca. 2 km zum Schweizerhaus
Ab hier riecht es nach Stelze.
Würstelprater und Riesenrad
Ab hier wird geschoben, das ist Vorschrift.
ca. 4 km zurück zur UNO City
Über Praterstern, Lassallestraße und Reichsbrücke, auf breitem Radweg.
Copa Beach
Letzter Blick aufs Wasser, Räder zurück an die Station.
Die Stationen
Donaupark und Donauturm
Der Start liegt zwischen Hochhäusern, aber schon nach zweihundert Metern ist davon nichts mehr zu sehen. Der Donaupark wurde für die Gartenschau 1964 auf einer ehemaligen Mülldeponie angelegt, heute ist er Wiesen, Rosen und ein See. In der Mitte steht der Donauturm, mit 252 Metern das höchste Bauwerk des Landes. Hinauffahren muss man nicht, vorbeifahren genügt für das Foto.
Start: Leihradstation Kaisermühlen-VIC, Platz der Vereinten Nationen
Durchgehend Radweg, die letzten Meter zum Turmfuß sind Gehweg, dort schieben.
Das Bootshaus an der Alten Donau
Die Alte Donau ist kein Fluss mehr, sondern ein stehender Altarm, den die Donauregulierung im 19. Jahrhundert übrig gelassen hat. Heute liegen Bootsverleihe, Badehäuser und Schrebergartensiedlungen am Ufer, und Wien geht hier schwimmen. Das Bootshaus liegt am Ostufer, gehört zur Familie Querfeld vom Café Landtmann und ist die ruhigste Station der Runde: Terrasse am Wasser, leichte Küche, kein Ausflugslokal-Trubel.

An der unteren Alten Donau 61, 1220 Wien
Mo bis Fr ab 11.30 Uhr, Sa, So und Feiertag ab 9 Uhr, bis 23 Uhr, Küche bis 21.30 Uhr. Telefon +43 1 24 100 811.
Unterwegs am Wasser
- ArbeiterInnenstrand, an der Oberen Alten Donau. Kostenloser Badeplatz mit Liegewiese, Schilfufer und Trinkbrunnen. Gut für eine kurze Pause oder ein Bad zwischendurch.
Donauinsel
Die Donauinsel ist ein Hochwasserschutz, der aussieht wie ein Freizeitpark: 21 Kilometer lang, ein paar hundert Meter breit, zwischen Donau und Neuer Donau. In den Siebzigern aufgeschüttet, heute Wiens größte Badewanne. Man fährt ein Stück flussabwärts, dreht um und nimmt die Reichsbrücke Richtung Prater.

Zugang über die Reichsbrücke, U1 Donauinsel
Radfahren erlaubt, aber an Schönwetterwochenenden ist es voll. Unter der Woche oder am Vormittag ist es deutlich entspannter.
Schweizerhaus und Würstelprater
Der Würstelprater ist Wiens Vergnügungspark, und er heißt nicht nach der Wurst: Die Hauptfigur der alten Wiener Volkskomödie war der Hanswurst, kurz Wurstel. Seit 1766 ist das Gelände öffentlich, seit damals frei zugänglich, und die rund 250 Betriebe gehören bis heute einzelnen Familien statt einem Konzern. Eintritt gibt es keinen, bezahlt wird bei jedem Fahrgeschäft einzeln. Davor liegt das Schweizerhaus, seit über hundert Jahren in Familienhand, berühmt für die Stelze und das frisch gezapfte Budweiser.

Schweizerhaus, Prater 116, 1020 Wien
15. März bis 31. Oktober, täglich 11 bis 23 Uhr, Küche bis 22.15 Uhr. Telefon +43 1 728 01 52 0. Für Gruppen unbedingt reservieren.
Gleich daneben
- Riesenrad. 1897 von einer englischen Firma in acht Monaten gebaut, 65 Meter hoch, ursprünglich mit dreißig Gondeln. Eine Runde dauert rund zwanzig Minuten, dazu kommt das Anstellen.
- Liliputbahn. Die Schmalspurbahn fährt seit 1928 durch den Grünen Prater, vom Praterstern bis zum Stadion. Für Kinder der eigentliche Höhepunkt.
- Ringelspiele und Fahrgeschäfte. Vom hundert Jahre alten Karussell bis zum Kettenflieger. Bargeld mitnehmen, nicht überall wird mit Karte bezahlt.
Gut zu wissen
Die Räder. WienMobil Rad ist das Leihradsystem der Wiener Linien. Ausgeliehen wird über die nextbike App: registrieren, QR-Code am Rad scannen, fertig. Es kostet 0,80 Euro je halbe Stunde, höchstens 20 Euro am Tag. Eine Kreditkarte genügt, ein österreichisches Konto braucht man nicht. Zwei Dinge sind wichtig: pro Konto lassen sich nur vier Räder gleichzeitig ausleihen, und wer das Rad abseits einer Station stehen lässt, zahlt 20 Euro Servicegebühr.
Ohne App. Der Fahrradverleih an der Copa Beach verleiht gegen Vorlage eines Ausweises, ohne Registrierung. Komfortrad 35 Euro am Tag, Trekkingrad 40 Euro, Helm 3 Euro. Geöffnet täglich 9 bis 21 Uhr, und der Laden liegt genau am Ende der Runde.
Keine E-Bikes. Im Würstelprater sind elektrische Fahrzeuge ausdrücklich verboten. Und geschoben wird dort ohnehin: Radfahren ist im Vergnügungspark nicht erlaubt, nur auf der Hauptallee.
Wo man aufpassen muss. Die Runde fährt fast durchgehend auf Radwegen. Die einzige echte Stadtverkehrsstrecke liegt zwischen Reichsbrücke, Mexikoplatz und Engerthstraße. Dort in kleinen Gruppen fahren und einen Sammelpunkt ausmachen.
Kürzer geht auch. Mit beiden Einkehren und dem Riesenrad ist das ein ganzer Tag. Wer nur einen halben hat, lässt eine Einkehr aus und fährt die Runde in rund vier Stunden.
Saison. Das Schweizerhaus sperrt nur von März bis Oktober auf, die Fahrgeschäfte im Würstelprater ebenfalls. Im Winter funktioniert die Runde als reine Radtour, dann ohne Prater-Programm.
Ein Tag, an dem man Wien einmal andersherum sieht: vom Wasser her.
