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Ein grüner Glücksort: der Dehnepark

Manche Orte in Wien findet man nur, wenn man sie sucht, oder wenn jemand sie einem zeigt. Der Dehnepark im 14. Bezirk, am Rand von Hütteldorf, ist so ein Ort: ruhig, waldig, mit altem Baumbestand, einem verträumten Teich und einer neugotischen Ruinenvilla, die aussieht, als wäre sie aus einer anderen Zeit stehen geblieben.

Eine Konditorei, die Wien bis heute prägt

Seinen Namen trägt der Park nach dem Hofzuckerbäcker August Dehne. Dessen Konditorei am Michaelerplatz, 1786 von seinem Vater Ludwig gegründet, machte die Familie wohlhabend, und dieses Vermögen legte August Dehne hier an, am Rand des Wienerwalds, in Grund und Boden. 1857 verkaufte er den Betrieb an seinen Gesellen Christoph Demel, der ihn an den Kohlmarkt verlegte und zu jener Konditorei machte, die heute weltberühmt ist. Es ist eine dieser Wiener Geschichten, bei denen ein Name, den man kennt, plötzlich mit einem Ort verknüpft ist, an den man nie gedacht hätte.

Vom Privatbesitz zum Naherholungsgebiet

Später gehörte der Park dem Filmregisseur Willi Forst, ehe ihn die Stadt Wien übernahm und für alle zugänglich machte. Geblieben ist ein Stück Wienerwald, das sich anfühlt wie ein privater Garten, auch wenn es keiner mehr ist. Der alte Baumbestand spendet Schatten, selbst an den heißesten Tagen, und der Teich liegt still zwischen den Bäumen, als hätte er es nie eilig gehabt.

Einer von achtzig Glücksorten

Der Dehnepark ist einer der achtzig Orte in meinem Buch „Grüne Glücksorte in Wien“, und wenn ich gefragt werde, warum ausgerechnet dieser Park es hineingeschafft hat, sage ich immer dasselbe: weil er an heißen Tagen zu den kühlsten Adressen der Stadt gehört, und weil er einen daran erinnert, dass Wien voller solcher Winkel ist, die man erst entdeckt, wenn man den bekannten Wegen einmal den Rücken zukehrt.

Wenn Sie das nächste Mal einen freien Nachmittag haben und der Trubel der Innenstadt gerade zu viel wird, fahren Sie hinaus nach Hütteldorf. Setzen Sie sich an den Teich, unter die alten Bäume, und lassen Sie sich Zeit. Genau dafür ist dieser Ort gemacht.

Ihre Martha