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Auf Klimts Spuren durch Wien

Kein Wiener Künstler ist international so gefeiert wie Gustav Klimt, und nirgendwo ist er so gegenwärtig wie in seiner Heimatstadt. Wer ihm hier folgt, folgt nicht nur ein paar berühmten Bildern, sondern einem ganzen Stadtviertel voller Spuren.

Das Herzstück im Oberen Belvedere

Im Oberen Belvedere hängt die größte Klimt-Sammlung der Welt, 24 Gemälde. Neben den beiden Ikonen, „Der Kuss“ und „Judith“, finden sich hier Frauenporträts, Landschaften vom Attersee, wo Klimt seine Sommer verbrachte, und Bilder aus allen Schaffensphasen, bis hin zu Werken, die 1918 bei seinem Tod unvollendet auf der Staffelei standen. Wer durch diese Säle geht, sieht nicht nur ein berühmtes Bild. Man sieht einen ganzen Künstler, über ein ganzes Leben hinweg.

Führung wien

Leopold Museum und Secession

Dazu kommen zwei weitere Häuser, die das Bild erst vollständig machen. Im Leopold Museum am Museumsquartier hängen Klimt und Schiele nebeneinander, zwei Künstler, die einander kannten und die dieselbe Zeit auf ganz unterschiedliche Weise geprägt haben. Und dann ist da die Secession, 1898 erbaut, wo im Untergeschoß der Beethovenfries wartet: 34 Meter, auf Augenhöhe, ohne Rahmen, ohne Vitrine dazwischen. Ich finde, gerade dieser Fries zeigt am deutlichsten, wie nah man Klimt hier kommen kann, wenn man sich Zeit dafür nimmt.

Secession, Wien

Die Klimt Villa in Hietzing

Wer Klimt noch näherkommen möchte, fährt in den 13. Bezirk. In der Feldmühlgasse 11 steht die Klimt Villa, umgeben von einem großen Garten und alten Kastanienbäumen. Hier arbeitete Klimt von 1911 bis zu seinem Tod 1918. Das Atelier ist originalgetreu erhalten, rekonstruiert nach Fotografien von Moritz Nähr: Empfangszimmer, Malkittel, der Teppich von Backhausen, all das steht noch dort, wo es damals stand. Geöffnet ist die Villa Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, mit Führungen samstags und sonntags um 11 und 14 Uhr, und bei schönem Wetter lädt das Gartencafé unter den Kastanien zum Verweilen ein.

Drei Häuser, ein Künstler

Belvedere, Leopold Museum und Secession, dazu die Klimt Villa: drei Häuser und ein Atelier, die zusammen das Bild eines Künstlers ergeben, der Wien um 1900 geprägt hat wie kaum ein anderer. Genau diese Zusammenhänge zeigen wir in unseren Führungen: Wir wählen die entscheidenden Werke aus, erzählen von Klimts Leben, seinen Modellen und Auftraggebern, und machen sichtbar, was ein einzelnes Bild über eine ganze Epoche verrät.

Ihre Martha