Das Kameel gibt es seit 1618, damals als Gewürzhandlung des Johann Baptist Cameel. Beethoven war Kunde, die Habsburger auch. Um 1900 bekam das Haus seine Jugendstil-Einrichtung mit den Mosaiken und dem geschwungenen Holz, und die hat es behalten.
Was das Kameel heute ausmacht, ist die Mischung: vorne die Feinkost mit Schinken, Käse und Wein, dazwischen der Stehtisch mit den berühmten Brötchen, hinten das Restaurant. Anwälte im Anzug neben Studentinnen, alle mit einem Glas Grüner Veltliner in der Hand. Ein Ort, an dem Wien sich selbst beim Leben zusieht.
